Dienstag, 23. November 2010

Es hätte so schön sein können..

Alles wäre so einfach gewesen. Man hätte das Kind nachts entführen lassen können als alle schliefen, Matthew Oldfield hätte sich nicht die Zunge verbiegen müssen bei seinem Versuch, zwar die Zwillinge gesehen zu haben, aber Maddie nicht, Jane Tanner hätte nicht diese fatale Sichtung haben müssen, die ihr kein Polizist glaubte und es wären keine Fragen aufgekommen warum man denn die Kinder alleine gelassen hätte. Man wäre nur morgens aufgewacht, hätte die offenen Fenster und die Rollläden bemerkt und das Kind wäre verschwunden gewesen.

Aber das Schicksal, Gott, oder einfach Pech im Unglück führten dazu, dass die Verbringung der Leiche in ein passendes Versteck beobachtet wurde. Und nicht nur von EINER Person, die man mit Hilfe von Beziehungen zur Presse wahlweise als betrunken, kurzsichtig oder senil hätte diskreditieren können, sondern gleich von 9 (in Worten NEUN) Personen aller Altersgruppen, die den Träger des Kindes aus allen Perspektiven sehen konnten.

Die Panik kann man sich vorstellen. Mindestens einer der neun wird sich daran erinnern, wenn die Nachricht vom verschwundenen Kind die Welt erreicht. Mindestens einer der Gruppe wird eine Beschreibung abgeben können, wird vielleicht sogar bei einer Gegenüberstellung mit dem Finger zeigen.

Es muss ein Alibi her, am besten zwei.

Eine eingeschüchterte Bekannte muss für eine Sichtung herhalten. Sie soll den "Entführer" genau zu dem Zeitpunkt (21:15) sehen, als der wahre Träger des Kindes sich mit dem einzigen unabhängigen Zeugen, Jez Wilkins, unterhält, um so auszuschließen, dass der Träger des Kindes und Gerry die gleiche Person sein können. Also muss einerseits die Beschreibung des "Entführers" ähnlich sein, andererseits aber auch in wichtigen Punkten abweichen um die Beschreibung der Smiths zu verwässern und von Gerry abzulenken. Also werden speziell die Haare und auch die Farbe der Hose anders beschrieben.

Dies alles erklärt auch den Weg, den der Entführer nehmen musste nämlich in die entgegengesetzte Richtung zur Begegnung der Familie Smith mit ihm eine dreiviertel Stunde später. Nur eine Sichtung mit Gerry, Jez und dem Entführer zusammen, kann als Alibi halbwegs taugen.

Zur weiteren Unterstützung des Tatzeitpunktes im Moment des Alibis durch Jez Wilkins, muss ein weiterer Freund, Matthew Oldfield, die offenen Rollläden gegen 21:30 bestätigen. Wie bereits in früheren Blogeinträgen berichtet, geht das arg in die Hose und die Polizei glaubt dieser Überprüfung der Kinder nicht.

Da die tatsächliche Begegnung zwischen dem Träger des Kindes und der Familie Smith aber nicht um 21:15 Uhr sondern um 22:00 Uhr passierte, wird als zweites Alibi die Entdeckung der Entführung auf diesen Zeitpunkt gelegt. Auch wenn sie wahrscheinlich erst 10-15 Minuten später erfolgte, da ja der Träger des Kindes zu dem Zeitpunkt gar nicht anwesend war. Diese durch keinen unabhängigen Zeugen bestätigte Zeit nutzte sogar der Generalstaatsanwalt, als vorgeschobenen Grund um den Fall auf Eis zu legen.

Immer diese Iren! Wer konnte ahnen, dass ausgerechnet neun von Ihnen die völlig abgelegene Straße zu einem Zeitpunkt nutzen würden, wenn sonst nie jemand dort entlang geht. Ohne sie wäre es eine recht entspannte Entführung gewesen, nachts wenn alle schliefen und keiner sich in unhaltbaren Sichtungen und Nichtsichtungen verheddern konnte. Ohne Verletzung der Aufsichtspflicht.

imo of course...

Donnerstag, 11. November 2010

Verzweiflung


Angeregt durch die Diskussion über die Übersetzung und Bedeutung des Wortes "Review" bin ich zu Überlegungen gekommen, die rein spekulativ aber hoffentlich interessant sind.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass dieser "Review" dazu gedacht war, die portugiesische Untersuchung zu diskreditieren und eine britische Untersuchung anzustreben, die die Eltern dann von allem Übel freisprechen sollte.

Meine Meinung hat sich aber dramatisch geändert, so dramatisch wie die Bemühungen um diese "Review" sich gesteigert haben. Die steigende Verzweiflung zeigt sich in jedem Pressephoto aber noch mehr in ihren Äußerungen in der Presse und ihren Handlungen.

Beschimpfungen führender Politiker inklusive des Premierministers zeugen von einer Position mit dem Rücken zur Wand. Wer sich noch Hilfe von dieser Seite erhofft, bricht nicht alle Brücken ab zu denen, die sie bringen könnten. Der letzte verzweifelte Versuch mit erhofften 100.000 Unterschriften aus der nicht überprüfbaren Petition die Regierung unter Druck zu setzen wird eben an dieser fehlerhaften Petition scheitern. Nicht umsonst hat die britische Regierung eine eigene seriöse Petitionsseite für solche Anliegen.

Was steckt hinter dieser Verzweiflung? Befürchten Sie vielleicht eine kurz bevorstehende Wiederaufnahme des Falles in Portugal oder sogar die Eröffnung eines Verfahrens was nur mit neuen Beweisen denkbar ist. Dann brauchen sie wirklich dringend diese neuen Beweise um diese in altbewährter Manier bereits vorab zu verwässern, verfälschen, verlachen, verdrehen.

Und dann kommt Goncalo Amaral, der Mann den sie wie keinen hassen und zu vernichten versuchen und spricht in seiner ruhigen, hintergründigen Art von Überwachungskameras und einem verfallenen Haus auf der Route der Smith Sichtung. Plötzlich sind die Rollen vertauscht. Er ist am Zug, er deutet an, winkt mit dem Zaunpfahl und stichelt mit diesem Artikel im Sunday Express.

Die Panik wird größer. Es geht tatsächlich nicht mehr nur um die Diskreditierung der Portugiesen sondern um Fakten aus den Akten die Ihnen nicht bekannt sind. Was sind die neuen Beweise?

Aber woher wissen sie überhaupt von evtl. neuen Beweisen und warum wissen sie nicht was diese sind? In der Presse wurde ja mehrfach berichtet, dass Jim Gamble bereits eine Art Review im April durchgeführt und an den damaligen Innenminister geleitet hatte. Die Leicestershire Polizei wurde beschuldigt Fehler gemacht zu haben. Haben genau diese die Herausgabe und Einsicht in alle verfügbaren Dokumente verweigert? Wäre Alan Johnson an der Macht geblieben hätte eine andere Polizei die Ermittlungen übernommen und die Dokumente der Leicestershire Polizei wären an diese gegangen und Gamble hätte wahrscheinlich Einblick erhalten.

Letztendlich ist also Gordon Brown selbst, mit seiner katastrophalen Wahlniederlage, daran schuld, dass sich der Fall, dem er so viel persönliche Aufmerksamkeit widmete, jetzt die Eltern in die Verzweiflung treibt.

Samstag, 6. November 2010

Breaking News (Update)


Eine kurze Zusammenfassung der beiden unten stehenden Artikel: Der Sunday Express, das einzige Blatt, das von den McCanns mit einer Verleumdungsklage bedroht wurde und dann eine aussergerichtliche Einigung für sehr viel Geld erwirkte, titelt mit der Headline "Wir werden den Maddie Fall wieder aufnehmen, sagen die Portugiesen". Tatsächlich steht dann im Artikel aber, dass Polizisten, die am Fall arbeiten, bereit dazu wären und gerne mit Kate und Gerry zusammenarbeiten würden, vor allem darin die Rekonstruktion, die nie zustande kam, durchzuführen und vor allem die Diskrepanz zwischen Jane Tanner's und der Smith Sichtung aufzuklären. Um dies zu erreichen, müssten sie nur ein Schreiben an die PJ und den Staatsanwalt aufsetzen während ihres Besuches in Portugal am Dienstag.

Eine klare Reaktion der Portugiesen auf die erbärmliche Petition der McCanns bezüglich eines "Reviews", dessen Sinn einzig und allein darin bestehen soll, die portugiesische Untersuchung zu diskreditieren und ihnen bescheinigen soll, dass sie in England NIEMALS verdächtigt worden wären.

Der zweite Artikel des Sunday Express ist noch bizarrer. James Murray sprach mit Gonzalo Amaral in Praia da Luz und zusammen gingen sie den Weg ab, den der angebliche Entführer genommen hatte während dessen er die Familie Smith traf. (siehe mein Video rechts mit dem Titel "Smith Walk"). Goncalo Amaral begrüßt ein Review oder auch eine Wiedereröffnung des Falles und "unterstützt" die Eltern in ihrer Forderung.

James Murray lässt es sich nicht nehmen Amarals Buch anzusprechen, das kurz verboten gewesen wäre...

Auch hier ist die Smith Sichtung das zentrale Thema des Artikels, in dem noch ein weiteres Detail angesprochen wird. Es hätte ein Video einer Überwachungskamera gegeben, das den Träger des Kindes aufgenommen hätte, leider seien die Beamten zu spät zum Hotel Estrella da Luz gekommen - zu dem Zeitpunkt war es schon gelöscht worden.

Sehr clever gemacht das Ganze. Smithsichtung, Amaral's Buch, ihre Weigerung an der Rekonstruktion teilzunehmen und eine Art Rehabilitation von Amaral - alles in einem Blättchen. Ich glaube Richard Desmond, der Herausgeber des Express, hat darauf lange gewartet...
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Erst einmal die englische Fassung, die trotz massivem "Spin" nicht sonderlich gut aussieht für die McCanns. Sie fliegen am Dienstag nach Lissabon. Jane Tanner's Sichtung und die der Familie Smith sind im Gespräch. Die PJ erklärt dass sie jede Information, die ihnen zugesandt wird, evaluieren. Ich hoffe ganz stark dass sie auch Gerry's Hosen untersucht haben.
DETECTIVES working on the Madeleine McCann case say they are ready to reopen the investigation into her disappearance.
Portuguese police have indicated they would be happy to work with the missing girl’s parents and their friends.
The gesture will come as a huge boost to Kate and Gerry McCann, who last week launched a petition and urged Home Secretary Theresa May to request a review of the case.
A senior police source in Portugal said: “Detectives are committed to resolving this case and would work on any review and pursue any line of inquiry suggested.”
As the McCanns launched a petition last week, a frustrated Gerry said: “For the past three and a half years, the authorities have not being doing anything proactive to help Madeleine. I don’t think it’s right that the onus should fall on us. The authorities really should be doing more.”
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‘We don’t know how long this will go on, but it’s our life. The pain just makes us stronger’
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Kate added: “We need action. I don’t need fluffy, worthless words. We need somebody to do something.”
Almost 26,000 people had yesterday signed the online appeal for the Government to do more to find Madeleine.
Family spokesman Clarence Mitchell said: “Kate and Gerry are thrilled with the number of people who have supported them. It shows them there is still a huge amount of public opinion behind them.”
The couple, doctors from Rothley, Leicestershire, are due to fly to Lisbon on Tuesday to consult their lawyers.
Legal sources in Portugal say they should use their visit to ask their lawyer to formally write a letter to the Policia Judiciaria and to the Portuguese attorney-general’s office.

SEARCH UK NEWS for:

If a review was ordered, the Policia Judiciaria would suggest that there should be reconstructions of two key incidents on the evening of May 3, 2007, in Praia da Luz on the Algarve.
The McCanns’ friend Jane Tanner said she saw a man holding a child she believed to be Madeleine. Irishman Martin Smith said that the same evening he saw a man with a child in his arms walking to the beach.
Last year, a documentary prepared with the McCanns’ investigator, former British police officer Dave Edgar, highlighted those sightings.
A well-placed source in Portugal said: “Mr Edgar clearly recognises the importance of these two incidents. We had hoped to do full filmed reconstructions but that did not take place but we would be happy to try again to get that vital work done.”
He said that both Kate and Gerry McCann and their holiday friends, David and Fiona Payne, Diana Webster, Rachel and Matthew Oldfield, Jane Tanner and her partner Russell O’Brien, would be treated with great sensitivity in any reconstruction.
Last week Kate, 42, said she was “disappointed” over the Home Secretary’s failure to help find her daughter, saying: “There is an abductor out there who is free to take another child. Other children are at risk and nothing is being done.”
She added: “We don’t know how long this will go on for but it is our life. You get stronger handling the pain.”
The Portuguese police source said: “Every time we get information sent to us we look into it. Nothing is ignored.
“The frustration is that there has not been a strong lead for a long time.”
A McCanns’ spokesman said: “We would welcome any indication of support from the PJ. However, we would be hoping to have an official response to our call for a review of evidence.

Und noch mehr

MADELEINE MCCANN: DID THE CAMERA HOLD VITAL CLUE?

Story Image

The detective believes Madeleine McCann's abductor was caught on camera
Sunday November 7,2010


THE detective who led the initial investigation into Madeleine McCann’s disappearance believes her abductor was caught on camera – but revealed that the film was wiped before detectives saw it.
Yesterday controversial figure Goncalo Amaral backed Kate and Gerry McCann’s demand for a review and reopening of the investigation.
The Sunday Express took Mr Amaral, whose book Maddy: The Truth Of The Lie was banned briefly from bookstores, to Praia da Luz to ask him to reveal where mistakes were made.
He walked the route he believes the person who snatched Madeleine took. It begins at apartment 5A of the Ocean Club, from where the three-year-old disappeared on May 3, 2007.
Mr Amaral believes the person would have crossed a road leading to a poorly lit road alongside waste ground.
Standing at an entrance to the waste ground, Mr Amaral said: “This area was thoroughly searched.”
He walked a few steps and looked up at a CCTV camera and sighed loudly. The camera belongs to the Estrela da Luz resort hotel. “I believe that the person carrying a child in his arms was captured on film from that very camera,” he said.
“I asked my officers to gather all the CCTV footage in Luz but, by the time they got to this hotel, the film from this camera had been wiped over. It was a mistake and I will always regret it. I do feel Madeleine was let down.”
Walking alongside the waste ground, he enters a narrow street called Rua da Escola Primaria. “This is where there was a significant sighting of a man carrying a child in his arms,” he said. “He was seen by a witness, Martin Smith from Ireland.”

SEARCH UK NEWS for:
The man with the child continued down the hill and would have come to a crossroads. Opposite the junction is an empty villa with a large garden. The wooden door leading to the garden is open.
“It was open at the time and the villa is still empty,” Mr Amaral said. “My officers spent a lot of time here.”
Mr Amaral concludes that any new investigation should fully consider the statement of Mr Smith. “I hope this is seriously examined because it is an important aspect of the case,” he said.
Das besagte Haus habe ich auf Bitten eines Forum Mitglieds zigmal photographiert:


iPetition

Alles mit einem i davor ist heutzutage schwer trendy, warum also keine Petition zum Wohle eines verschwundenen Kindes und vor allem ihrer Eltern? Dachten sich die McCanns und wollten mit solch einer ihre Regierung überrumpeln, oder eher "moralisch" erpressen. Wenn Zigtausende einer Überprüfung der portugiesischen Polizeiuntersuchung zustimmten, würde man sie doch sicher bekommen. Hatte mit der letzten Regierung doch auch geklappt mit wesentlich weniger Aufwand.

Also frisch ans Werk und eine vorgefertigte Petition von ipetitions.com zusammengeschustert und über die so beliebte facebook Seite bekanntgemacht. In 3 Tagen fast 25.000 Unterschriften. Bei solchen Zahlen bekommen Umweltschützer und Kriegsmahner feuchte Träume. Vergleichbares gibt es nicht. Da fragt sich mancher, ob das Alles mit rechten Dingen zugeht.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, diese Seite zu testen - ein paar Unterschriften mehr machen den Kohl auch nicht fetter, dachte ich mir. Und siehe da, man kann dort mit jeder beliebigen email Adresse seinen Hans Wilhelm setzen, auch mit hans.wilhelm@whatever.com. Keine Bestätigungsmail, die man anklicken muss, keine Überprüfung der IP auf Mehrfacheingabe, keine Überprüfung doppelter Namen. Obwohl solche Funktionen vorhanden wären. Man kann sogar die gleiche Mailadresse 2843 mal eingeben. Ähm, wenn man denn Zeit und Lust und ein trainiertes Handgelenk hat.

Aus langjähriger Erfahrung wissen wir aber, dass es engagierte Unterstützer der Eltern gibt, die selbst ein RSI-Syndrom nicht davon abhalten kann, den Objekten ihrer Bewunderung den erforderlichen Rückhalt zu geben.

Gespannt können wir nun abwarten, ob die neue britische Regierung dem Volksbegehren nachgibt und Geld in eine Untersuchung steckt, die ja eigentlich bereits ihr Ergebnis hat. Denn der oberste Kinderschützer der Insel hatte ja bereits im April berichtet, die McCanns seien zu Unrecht verdächtigt worden, die Untersuchung in Portugal sei eine Farce gewesen und hätte massive Fehler und riesige Löcher enthalten. Und überhaupt hätte das Groß-Britannien viel besser und vor allem anders angegangen, nach viel höheren Standards. Wahrscheinlich die Standards, die auch im Fall David Kelly angewandt wurden - Geheimhaltung für 70 Jahre. Dumm nur, dass Jim Gamble sein Amt geschmissen hat und halt nicht so richtig offiziell seine Erkenntnisse von sich geben kann. Die McCanns wollen all dies nun aus dem Mund der Innenministerin hören. Offizielle Reinwaschung. Da drunter tun sie es nicht.

Aber ob Tausende gefaketer Unterschriften dies erreichen werden ist mehr als fraglich.